Milonga[1] werden die Tanzveranstaltungen genannt,

zu denen wir zum Tango Argentino tanzen gehen.

Es gibt auch Practicas, diese sind weniger formell als eine Milonga. Bei den Practicas gibt es in der Regel einen Lehrer(in), der einem hilft, wenn Fragen aufkommen. Im Allgemeinen übt aber jedes Paar für sich allein.

Bei einer Milonga werden die Tänze in bestimmte musikalische Einheiten unterteilt, die sogenannten Tandas[2].

Jede Tanda besteht aus 3 bis 5 Musikstücken (meist vom gleichen Orchester gespielt).

Zwischen zwei Tandas wird traditionellerweise — etwa für 30 Sekunden — eine Cortina[3] eingeschoben. Das heißt es wird ein nicht mit Tangoschritten tanzbares Stück einer völlig anderen Musikgattung angespielt. Zum Beispiel eine Sequenz Flamenco, Rock ’n’ Roll, Jazz oder auch Klassische Musik.

Der Cortina kommt eine doppelte Funktion zu.
Zum einen kündigt sie als Pausen-Signal den Tanda-Wechsel an. Von Tango zu Milonga und von Milonga zu Vals.
Tango, Milonga und Vals[4]  wechseln sich in einem bestimmten Rhythmus ab.
Zum andern ist sie das Signal der Partner-Trennung. Tangueras und Tangueros sind angehalten, sich zu trennen.

Während der Cortina-Pause begegnen sich auf diese Weise suchende Blicke.

Die Tänzer haben durch dieses Cortina-Signal der Pause und der Trennung die Möglichkeit, sich non-verbal durch Blickkontakt und Kopfnicken diskret gegenseitig aufzufordern.

So bilden sich zur nächsten Tanda neue Tanzpaare.

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Auffordern ist ein schwierig´ Ding.

Im Tango Argentino gibt es den sogenannten Cabeceo[5], das Auffordern mit Blicken.

Viele Tangoleute denken, man müsse nur lange und intensiv genug auf den auserwählten Partner starren – dann klappt es auch.

Tut es nicht. Es ist eine Kunst, die erlernt und praktiziert werden will.

Mit der üblichen Form des Aufforderns (die Frau höflich um einen Tanz bitten) klappt es aber auch. Tänzerinnen und Tänzern sei es an´s Herz gelegt, diese Art und Weise des Aufforderns und des Aufgefordert werden – also Blickkontakt und Nicken – zu erlernen und zu üben.

Der Cabeceo hat zudem den Vorteil, dass das Auffordern auch sehr gut über die Dame funktioniert.

Die Dame hat hier eine elegante Möglichkeit, aus der Distanz den Partner aufzufordern. Was aber gar nicht geht, ist ein Auffordern quer über den Tanzsaal, womöglich mit Winken und „Hallo“ Rufen.

Eigentlich ist es Brauch, die Dame am Ende einer Tanda zum Platz oder in die Nähe ihres Platzes zurückzuführen.

Typische Formulierungen von Frauen, wie „… ich finde den Weg schon alleine zurück“ oder „… ich bin emanzipiert“, helfen nicht wirklich, um den Mann für zukünftige Tänze willig zu stimmen.

Der umgekehrte Fall ist genauso unschön. Der Mann lässt die Frau nach der Tanda mitten auf der Tanzfläche stehen.

Es spielt keine Rolle, ob es darum geht, ein professioneller Tango Tänzer zu sein oder in einer Milonga zu tanzen.

Eine Sache ist für beide Stile wichtig:

Emotionen.

Das ist der Unterschied zwischen dem Tango Argentino und den anderen Tänzen:

Die Leidenschaft zwischen dem Paar.

Nicht ohne Grund sagt man, der Tango Argentino sei eine Romanze, die drei Minuten dauert.

Es handelt sich nicht nur um einen behänden, akrobatischen Tanz.

Man muss sein Herz mitgeben, es ist eine gegenseitige Gabe.

Denn Tango zu tanzen ist eine Liebeserklärung…

[1] Milonga – Ein Tanzabend; eine fröhlich-schnelle Tanzgattung; eine Veranstaltung, auf welcher zu drei verschiedenen rioplatensischen Musikrichtungen getanzt wird: Tango Argentino, Vals und eben Milonga

[2] Eine Tanda (span.: eine Menge von …) ist ein Block von von drei bis fünf Stücken gleicher musikalischer Gattung, die traditionellerweise auf einer klassischen Tango-Tanzveranstaltung, einer Milonga, gespielt werden. Sie besteht aus Stücken gleicher Gattung (Tango, Milonga, Vals criollo) und gleichen Stils. Zum Beispiel vom gleichen Orchester gespielt, aus der gleichen Zeit stammend, im gleichen Rhythmus gehalten und mit ähnlicher Stimmung (romantisch-melodiös, rhythmisch-energetisch…) Quelle Wikipedia

[3] Cortina „Vorhang“. Quelle Wikipedia

[4] Vals (Tango), eine mit dem Walzer verwandte Tanzform des Tango. Quelle Wikipedia

[5] Cabeceo – Das Auffordern mit Blicken

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